Montag, Juni 26, 2017

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Steinverarbeitung

Abbau und Verarbeitung von Stein (u.a. Marmor) sind wichtige Untersektoren in Palästina und erwirtschaften etwa 5% des BIP. Die jährlichen Erträge dieses Sektors belaufen sich auf etwa 450 Millionen US-Dollar, von denen 65% aus Exporten nach Israel und 6% aus Exporten in andere Länder stammen. Da die Produktion bei größerer Nachfrage sofort gesteigert werden kann, bietet der Sektor viel Potenzial für wirtschaftliches Wachstum. 

Die steinverarbeitenden Industriebetriebe konzentrieren sich auf die Region um Hebron, wo die Qualität des Steines so hochwertig ist, dass er auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig ist. Die Exportrate von Marmor und anderem Stein ist in den letzten 20 Jahren stark angestiegen, von 10% aller industriellen Exporte auf über 40% heutzutage. 

 

Land- und Forstwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt etwa 8% zum BIP bei und stellt 16% der palästinenischen Arbeitskräfte. Angebaut werden Früchte, Oliven, Gemüse und zunehmend auch Schnittblumen. Mit einer Verbesserung der politischen Lage kann die Menge der zumeist für den Export bestimmten Produkte schnell angehoben werden, da zur Zeit viel Agrarfläche brach liegt und oder nur teilweise beackert wird. 

In Palästina existieren über 182.600 Hektar kultiviertes Ackerland, auf denen etwa 60 verschiedene landwirtschaftliche Produkte angebaut werden. Durch die unzureichenden Bewässerungsmöglichkeiten sind die Anbaumethoden sehr traditionell und verbinden ein geringes Risiko, die Ernte wegen Trockenheit zu verlieren, mit vergleichsweise geringen Erträgen. 

Auf 60% der landwirtschaftlichen Nutzflächen stehen Obstbäume. Besonders die Olivenbäume sind das Markenzeichen der palästinensischen Landwirtschaft geworden. Die Produktion übersteigt den Verbrauch vor Ort und so ist der Export von Oliven und Olivenöl ein wichtiges landwirtschaftliches Standbein geworden. 15% des gesamten Ertrags des Sektors werden mit Oliven gemacht. 

Viehhaltung und Fischerei machen etwa die Hälfte der Produktion des landwirtschaftlichen Sektors in der Westbank und ein Drittel in Gaza aus. Mit Ausnehme von rotem Fleisch wird die Nachfrage vor Ort von der Eigenproduktion gedeckt. Fischerei ist besonders im Gazastreifen relevant, allerdings hängt die Zukunft dieser Branche stark davon ab, ob den Fischern der freie Zugang zu ihren Gewässern gestattet wird und ob sie auch nördlich des Sinai in ägyptischen Hoheitsgewässern fischen dürfen. 

Foto: Gali Tibbon 

Tourismus

Der Tourismussektor wird von einer Verbesserung der politischen Lage stark profitieren. Palästina verfügt über ein angenehmes Mittelmeerklima und ein gewichtiges kulturelles und religiöses Erbe. So ist das Land ebenso Ziel von Wellnestouristen, die zur Erholung und Entspannung kommen, wie von Pilgern, die sich für die religiösen Stätten des Landes interessieren. Zudem existieren über 1.600 archäologische Fundstellen, die historisch und kulturell interessierten Urlaubern zur Besichtigung freistehen.  

Der Tourismussektor wurde von den Gewaltausbrüchen im Jahr 2000 hart getroffen. Seit 2004 hat jedoch eine leichte Erholung eingesetzt und bis heute gibt s viele Anzeichen dafür, dass die Situation sich zunehmend bessern wird. Im vierten Quartal 2007 gab es in den Palästinischen Gebieten 82 Hotels mit 4.094 Zimmern und 8.901 Betten. Die Anzahl der Gäste belief sich auf 88.912, die insgesamt 199.132 Übernachtungen gebucht hatten. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres. 

Es wird davon ausgegangen, dass der Sektor stark anwachsen wird, wenn Frieden und Stabilität wieder hergestellt sind. Die Wiederöffnung der Grenzen zu anderen arabischen Staaten wird neue  Gäste ins Land bringen, die - angelockt durch das angenehme Klima -  sowohl zur Erholung als auch aus religiösen Gründen kommen werden. Hier sind vor allem Muslime gemeint, die ihre Pilgerreise nach Mekka dadurch abrunden werden, die heiligen Stätten in Jerusalem und Hebron zu besuchen. 

 

Baugewerbe

Die Baubranche in Palästina ist gerade dabei, sich auszudehnen. Im dritten Quartal 2007 lag ihr Anteil am BIP bei etwa 2,5% und 11,6% aller palästinensischen Beschäftigten arbeiteten in dieser Branche. Der Bausektor ist wichtig für das Wachstum, da er nicht nur den direkten Wiederaufbau betrifft, sondern durch seine speziellen Bedürfnisse auch in anderen Branchen wie dem Maschinenbau oder der Herstellung von für den Bau benötigten Materialien für Nachfrage sorgt. Zusätzlich ist der Bausektor momentan die erste Adresse für Investitionen und damit die Basis für den wirtschaftlichen Wiederaufbau im Land. 

Neben der zerstörten Industrie wird mit der Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge die Nachfrage nach Wohnraum zunehmen. Zusätzlich muss die nötige Infrastruktur geschaffen werden: Neben Straßen, Elektrizitäts - und Wasserversorgung wären das auch Schulen, Krankenhäuser, Kultur- und Erholungszentren und Polizeistationen. Mit der Umsetzung all dieser Projekte, für die die internationale Gebergemeinschaft viele Spendengelder bereitgestellt hat, wird der Sektor eine herausragende Rolle dabei spielen, Arbeitsplätze zu bieten und durch seine Bedürfnisse die gesamte palästinensische Wirtschaft anzukurbeln. 

Einzelhandel

Palästinenser verfügen über ausgeprägtes unternehmerisches Talent und Städte und Dörfer in der Westbank und im Gazastreifen sind voll mit kleinen Läden und Werkstätten. Die Mehrzahl davon (57%) kauft und verkauft ausschließlich auf dem lokalen Markt. 80% sind Einzelhändler, der Großteil verkauft Lebensmittel, die anderen Händler teilen sich in Gemischtwaren- und Fahrzeughändler auf. 

Wie bei den meisten palästinensischen Firmen handelt es sich auch bei Handelsunternehmen zum größten Teil um kleine  Betriebe, die bis zu fünf Personen beschäftigen. Die meisten Beschäftigten sind männlich, nur 7% sind Frauen. Kleine Handelsunternehmen finden sich überall in den Palästinensischen Gebieten, schätzungsweise ein Drittel befinden sich im Gazastreifen. 

Der Sektor hat unter den Güter- und Personenverkehrsbeschränkungen der Israelis sehr gelitten, da es den Händlern einerseits fast unmöglich ist, Lieferzusagen pünktlich einzuhalten und andererseits die Transportkosten stark angestiegen sind und die Wettbewerbsfähigkeit reduziert haben.  

Toepfe 

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